Ordinationsplanung 6 – Patient und Team

Die richtige Wegeführung einer Arztpraxis Radiologie 1030 – Architektur und Effizienz im Fokus → zum Projekt
Wegeführung einer Arztpraxis: Zwei Kreisläufe einer funktionierenden Praxis
Im Kern jeder funktionierenden Ordination gibt es zwei Funktionskreisläufe, die miteinander verwoben sind und gleichzeitig klar getrennt sein müssen: den Kreislauf der Patienten und den Kreislauf des Praxisteams.
Der Patientenkreislauf beginnt am Eingang – idealerweise überdacht und barrierefrei. Er führt zur Anmeldung, dann in den Wartebereich. Von dort geht es in den Behandlungsraum, zurück zur Anmeldung für die Verrechnung und Terminvereinbarung, und schließlich wieder zum Ausgang. Dieser Kreislauf sollte möglichst linear sein. Jeder Kreuzungspunkt mit dem Teamkreislauf ist ein potenzieller Konfliktpunkt, den Sie bewusst planen müssen.
Der Teamkreislauf umfasst die Bereiche, die Patienten normalerweise nicht betreten: Mitarbeiterzugang, Umkleide, Aufenthaltsraum, Verwaltungsbereich, Sterilisation, Materiallager. Ihre Mitarbeiter legen in einem Arbeitstag oft mehrere Kilometer zurück – zwischen Anmeldung, Behandlungsräumen, Steri, Lager, Labor. Je kürzer diese Wege sind, desto effizienter arbeitet Ihr Team.
Wir sind in der Ordinationsplanung immer wieder erstaunt, wie viele Funktionsdefizite in bestehenden Praxen schlicht „ertragen“ werden. Ein Sterilisationsraum, der am Ende eines langen Ganges liegt. Die einzige Spüle befindet sich drei Räume weiter. Das Materiallager ist über eine separate Tür nur von außen erreichbar. Die Mitarbeiter müssen für eine Pause durch den gesamten Patientenbereich gehen.
Diesen Frust kennen Sie vielleicht aus Ihrer Angestelltenzeit. Jetzt haben Sie die Chance, es besser zu machen.
Den eigenen Grundriss analysieren: Zwei Linien genügen
Nehmen Sie Ihren Grundriss und zeichnen Sie zwei Linien ein: eine für den Weg eines typischen Patienten vom Eingang bis zum Behandlungsraum und zurück, eine zweite für den Weg Ihrer Mitarbeiterin im Verlauf einer Stunde Betrieb. Wo kreuzen sich diese Linien? Wo entstehen Engpässe? Jeder Kreuzungspunkt ist ein potenzieller Störfaktor im Alltag – einer, den Sie in der Planung lösen können, aber im laufenden Betrieb nur noch ertragen.
Die Anmeldung als Herzstück beider Kreisläufe
Hier laufen beide Wege zusammen. Kann Ihre Mitarbeiterin von ihrem Platz aus den Eingang sehen? Erreicht sie die Behandlungsräume, ohne durch den vollen Wartebereich zu müssen? Sieht sie, wer wie lange wartet? Diese Sichtachsen und Erreichbarkeiten entscheiden mit über die Effizienz Ihrer gesamten Ordination.
Aus der Ordinationsplanung-Serie:
← Teil 5: Planungsanamnese | Teil 7: Funktionsanalyse →







