Ordinationsplanung 7 – Die Funktionsanalyse

Ablaufplanung Ihrer Arztpraxis: Wartebereich PVE Millennium Med → zum Projekt

Ablaufplanung Ihrer Arztpraxis: Wartebereich PVE Millennium Med → zum Projekt

Die Ablaufplanung Ihrer Arztpraxis

Bevor Sie überhaupt an die Gestaltung denken, müssen Sie die Funktionsabläufe in Ihrer Praxis verstehen. Der Ordinationsalltag besteht über weite Bereiche aus stark repetitiven Abläufen. Was an einem einzelnen Tag wie eine Kleinigkeit erscheint, wird im Jahresverlauf zu Hunderten oder Tausenden von Wiederholungen.

 

Ein Beispiel

Der Weg vom Behandlungsstuhl zur Spüle. Wenn Sie fünfzehn Patienten am Tag behandeln und für jeden Patienten zweimal Ihre Hände waschen, sind das dreißig Handwaschungen. Bei dreihundert Arbeitstagen im Jahr sind das neuntausend Handwaschungen. Wenn Sie für jede Handwaschung fünf zusätzliche Schritte gehen müssen, weil die Spüle nicht optimal positioniert ist, machen Sie fünfundvierzigtausend unnötige Schritte im Jahr. Das sind etwa dreißig Kilometer. Pro Jahr. Auf engstem Raum.

 

Oder die Materialentnahme

Wo lagern Sie die Verbrauchsmaterialien, die Sie am häufigsten verwenden? Wenn Sie jeden Tag zehnmal in einen anderen Raum gehen müssen, um Kompressen oder Kanülen zu holen, summiert sich das ebenfalls.

 

Ein weiteres Beispiel aus der Praxisplanung

Die Position der Anmeldung. Kann Ihre Mitarbeiterin den Wartebereich sehen? Sieht sie, wer hereinkommt und wie lange die Patienten bereits warten? Kann sie aus ihrer Sitzposition heraus die Behandlungsräume erreichen, ohne an wartenden Patienten vorbeiziehen zu müssen? Oder muss sie jedes Mal „Entschuldigung“ sagen und sich durch den Wartebereich quetschen?

 

Diese scheinbaren Kleinigkeiten entscheiden über die Effizienz Ihres Ordinationsbetriebes. Und vor allem entscheiden sie über die Zufriedenheit Ihres Teams. Nichts ist frustrierender, als täglich gegen schlechte räumliche Gegebenheiten ankämpfen zu müssen.

 

Vom Arbeitsablauf zur Raumanforderung

Wenn Sie wissen, wie oft täglich eine Handwaschung anfällt und wie weit der Weg zur Spüle sein darf, ergibt sich daraus eine konkrete Positionsanforderung für das Waschbecken im Behandlungsraum. Wenn Sie wissen, wie häufig Verbrauchsmaterialien nachgefüllt werden, ergibt sich daraus eine Mindestgröße und ein maximaler Laufweg für das Materiallager. Funktionsanalyse in der Ordinationsplanung bedeutet: Ihren Ordinationsalltag in räumliche Anforderungen übersetzen.
 

So führen Sie Ihre eigene Funktionsanalyse durch

Ein bewährtes Mittel: Beobachten Sie einen halben Tag in einer gut funktionierenden Ordination ähnlicher Fachrichtung. Wo läuft es reibungslos? Wo entstehen tägliche kleine Reibungsverluste? Schreiben Sie auf, was Sie brauchen, wo Sie es brauchen, und wie oft. Dieses Wissen ist die einzige verlässliche Grundlage für eine Ordinationsplanung, die im Alltag wirklich funktioniert – und kann von keinem Architekten ohne Ihre Mitwirkung erbracht werden.

Wie die Detailplanung dieser Bereiche aussieht, beschreibt -> Teil 8: Die Details.


Aus der Ordinationsplanung-Serie:
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