Ordinationsplanung 4 – Startschuss Niederlassung

Zwischen Rohbau und Ordinationsgründung

Zwischen Rohbau und zukünftiger Sportpaxis: der Prozess der Ordinationsgründung → zum Projekt

 

Die Ordinationsgründung

Sie haben den Entschluss gefasst, sich niederzulassen und eine Ordination zu gründen. Kassenarzt oder Wahlarzt, Einzelpraxis oder Gemeinschaftspraxis – Entscheidungen stehen an. Und dann kommt dieser Moment: Sie stehen im Zuge der Ordinationsgründung vor einem Rohbau, einer Bestandsimmobilie oder einem Grundriss auf dem Bildschirm, und plötzlich wird es konkret. Genau hier, an dieser Schnittstelle zwischen Vision und Wirklichkeit, liegt eine der größten Herausforderungen Ihrer Niederlassung.

Denn der Bau oder Umbau einer Arztpraxis ist kein gewöhnliches Bauvorhaben. Es ist die Schaffung Ihrer Arbeitsumgebung für die nächsten zwanzig Jahre. Und anders als beim privaten Wohnungsbau, wo ein verrutschter Lichtschalter oder eine ungünstige Türöffnung nur Sie selbst betrifft, wirken sich Fehler in der Ordinationsplanung täglich auf Ihr Team, Ihre Patienten und letztlich auf Ihren wirtschaftlichen Erfolg aus.

Die Kosten für Ihre Ordinationsräume fallen ab Tag eins an. Die Einnahmen kommen erst, wenn der erste Patient behandelt wird. Jeder Monat Bauverzögerung, jede Planungsänderung während der Bauphase, jede nachträgliche Anpassung kostet nicht nur Geld, sondern verzögert auch den Punkt, an dem Ihre Praxis Gewinne erwirtschaftet. Das ist die eine Seite.

Was dabei oft unterschätzt wird: Zwischen dem ersten Planungsgespräch und dem Eröffnungstag liegen in der Regel acht bis achtzehn Monate – je nach Bauvolumen, Behördenverfahren und handwerklicher Auslastung. Wer diese Zeitspanne falsch kalkuliert, gerät unter finanziellen Druck, bevor die Praxis überhaupt offen ist.

Die andere Seite ist weitaus schöner: Sie haben die Chance, sich ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das Ihre Arbeitsweise wirklich unterstützt. Keine Kompromisse mehr, weil „das halt schon immer so war“. Kein Ärgernis mehr über den dritten Raum, der eigentlich ein Abstellraum ist, aber als Behandlungszimmer zweckentfremdet wurde. Keine Patientenführung, die sich eher wie ein Irrgarten anfühlt. Sie sind hier Ihr eigener Chef – und haben die einmalige Gelegenheit, Ihre Praxis von Grund auf so zu gestalten, wie Sie es sich wünschen.

Die Frage ist nur: Wo fangen Sie an?

 

Bevor Sie ein Objekt besichtigen: Das Raumprogramm

Viele angehende Praxisinhaber beginnen mit der Immobiliensuche – und das ist richtig. Aber bevor Sie ein Objekt ernsthaft in Betracht ziehen, brauchen Sie ein klares Bild davon, was die potentielle Immobilie leisten muss. Mindestfläche, Raumhöhen, sanitäre Anschlüsse, Barrierefreiheit – ohne diese Kriterien vergleichen Sie Grundrisse, nicht Ordinationen.

Die Antworten liefert die Planungsanamnese, die wir in Teil 5 dieser Serie ausführlich beschreiben werden.
 

Kassenarzt oder Wahlarzt: bauliche Konsequenzen

Jeder Ordinationstypus hat – neben den Bedürfnissen die sich durch jeweilige Fachrichtung ergeben –  handfeste Raumanforderungen. Ein Primärversorgungszentrum folgt definierten Mindeststandards, welche tunlichst eingehalten werden sollten – Raumgrößen, Barrierefreiheit, Personalausstattung sind verbindlich geregelt. Eine privatärztliche Wahlarztordination ist flexibler, aber auch hier gelten gesetzliche Mindestanforderungen zb. an Hygiene, Brandschutz und Zugänglichkeit. Der Ordinationstypus entscheidet, welche Objekte überhaupt infrage kommen – und welche auf den ersten Blick attraktiven Flächen bereits in der Einreichplanung scheitern würden.
 

Planungsfehler, die sich rächen

Fehler in der Ordinationsplanung fallen selten beim Bau auf. Sie werden erst im laufenden Betrieb „virulent“ und hindern dann die Effizienz oder die Erweiterungsmöglichkeit. Die schlecht positionierte Anmeldung, an der sich Patientenströme täglich kreuzen. Das Behandlungszimmer mit der ungünstig positionierten Untersuchungsliege, in dem Befundungen nur umständlich möglich sind. Der fehlende Technikraum, der schließlich den Abstellplatz für medizinische Geräte schluckt. Solche Fehler lassen sich nachträglich kaum korrigieren – oder nur mit erheblichem Aufwand. Sie entstehen meist nicht aus Fahrlässigkeit, sondern weil medizinische und bauliche Expertise selten in einer Person zusammenfallen.

Genau an dieser Stelle setzt die Arbeit von Döllmann Design + Architektur an. Als Planungsbüro mit Fokus auf medizinische Einrichtungen begleiten wir Ärztinnen und Ärzte während der Ordinationsgründung von der ersten Standortentscheidung bis zur Übergabe – mit dem Wissen, was eine Ordination baulich, rechtlich und betrieblich leisten muss. Wenn Sie vor dieser Entscheidung stehen, sprechen wir gerne mit Ihnen.

 


Aus der Ordinationsplanung-Serie:
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