Ordinationsplanung 9 – Der Bauprozess

Der Ordinationsbau: Die neue PVE im 21. Bezirk kurz vor der Fertigstellung

Allgemeinmedizin modern gedacht: Die neue PVE im 21. Bezirk kurz vor der Fertigstellung → zum Projekt

 

Umsetzung, Bau & Übergabe: Der Ordinationsbau

Wenn Sie diese Überlegungen angestellt haben, sind Sie gut vorbereitet, um mit Architekt, Praxisplaner und ausführenden Firmen zusammenzuarbeiten. Aber auch jetzt gibt es einige Fallstricke.

Die Bauzeit

Ein Bau oder Umbau dauert fast immer länger als geplant. Kalkulieren Sie großzügig Puffer ein. Überlegen Sie, ob Sie während der Bauzeit provisorisch arbeiten können oder ob Sie die Praxis erst eröffnen, wenn alles fertig ist. Jeder Monat ohne Praxisbetrieb ist ein Monat ohne Einnahmen – aber ein Monat mit laufenden Kosten.

 

Die Gewerke

In einer Ordination arbeiten viele verschiedene Gewerke zusammen: Bau, Elektrik, Sanitär, Medizintechnik, IT, Möbelbau, eventuell Fachplaner für Strahlenschutz oder Medizingase. Die Koordination ist komplex. Stellen Sie sicher, dass es eine klare Verantwortlichkeit gibt – entweder einen Generalunternehmer oder einen Architekten, der die gesamte Koordination übernimmt.

 

Die behördlichen Verfahren

Je nach Bundesland und Standort sind unterschiedliche Bewilligungen erforderlich. Baubewilligung, nutzungsbedingte Bewilligungen (früher „Betriebsanlage“), gegebenenfalls strahlenschutzrechtliche Bewilligungen. Klären Sie frühzeitig, welche Genehmigungsverfahren auf Sie zukommen, und planen Sie ausreichend Zeit für die Einreichung und Bewilligung ein.

 

Die Übergabe

Wenn die Bauarbeiten abgeschlossen sind, beginnt eine weitere entscheidende Phase. Prüfen Sie jeden Raum, jede Tür, jeden Lichtschalter. Funktioniert die Technik? Sind alle Anschlüsse dort, wo sie sein sollen? Stimmen die Raumtemperaturen? Gibt es Mängel, die behoben werden müssen? Nehmen Sie sich Zeit für diese Abnahme – später Änderungen durchzusetzen ist deutlich schwieriger.

 

Die Abnahme: Mehr als eine Formalität

Nehmen Sie sich für die Abnahme ausreichend Zeit und holen Sie Unterstützung. Gehen Sie jeden Raum mit Grundriss und Stift durch. Prüfen Sie jeden Anschluss, jede Tür in beide Richtungen, jedes Möbel. Testen Sie, ob der Behandlungsstuhl in der geplanten Position bedienbar ist, ohne dass Ihre Mitarbeiterin gegen die Wand stößt.
 

Der erste Betriebsmonat als Lernphase

Die eigentliche Bewährungsprobe folgt nach dem Einzug. Nicht alles lässt sich vorab bedenken; manche Optimierungen zeigen sich erst im echten Betrieb. Planen Sie dafür eine kleine Reserve ein – Budget, Zeit und die Bereitschaft, Kleinigkeiten nachzujustieren. Und binden Sie Ihr Team von Anfang an ein: Ihre Mitarbeiterinnen bemerken Schwachstellen im Ablauf oft früher als jeder Planer.
 
Mehr dazu im nächsten Teil -> Teil 10: Der menschliche Faktor.
 


Aus der Ordinationsplanung-Serie:
← Teil 8: Details  Teil 10: Der menschliche Faktor →

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner